Wanderung
Ausgangsort dieser Wanderung ist der Bahnhof Aesch. Hier zwängen sich Eisenbahnlinie, Haupt- und Autostrasse durch den Angenstein, das Nadelöhr ins Laufental. Es erstaunt nicht, dass zu Beginn der Wanderung Panzersperren und Bunker zu sehen sind, denn während des Zweiten Weltkriegs war die Klus von Angenstein ein militärisch wichtiger Ort. Mit viel List wurde hier eine 9-Zentimeter-Panzerabwehr-Kanone stationiert und getarnt in einem Haus mit Ziegeldach, bemalt mit Wabenfenstern.
Vorbei am Schloss Angenstein und an den Felstürmen mit Resten der Ruine Bärenfels geht es zur Herrenmatt hinauf, wo man in der Gartenwirtschaft erstmals eine Rast einschalten oder sich von der gutbürgerlichen Küche verwöhnen lassen kann. Nur unweit dieses Gehöfts stürzte 1973 ein britisches Flugzeut nach langer Irrfahrt ab. Ein Denkmal erinnert an die 108 Todesopfer.
Durch Wälder und über Wiesen geht es Richtung Hochwald oder Hobel, wie der Volksmund sagt. Doch die Einwohner haben noch einen weiteren Übernamen: Buttenklopfer. Er stammt daher, dass Hochwald praktisch der einzige Ort der Schweiz ist, an dem aus Hagebutten Früchtebrei, Buttenmost, hergestellt wird. Dabei werden die Hagebutten zerklopft. Aus Buttenmost lassen sich Konfitüre, Parfait, Joghurt- oder Quarkspeisen herstellen. Wer im September oder Oktober durch Hochwald wandert, kann ihn direkt ab Hof kaufen.
Über den höchsten Punkt von Hochwald, den Nättenberg, geht es hinunter nach Seewen. Die Route folgt jetzt ausnahmsweise nicht mehr den gelben Wanderwegweisern, sondern den braunen, die zum Musikautomatenmuseum führen. Hier lässt man sich zum Abschluss der Wanderung von den Drehorgel-Klängen oder von den Hunderten Orgelpfeiffen der Britannic-Orgel verzaubern.
Entdeckungen im Schwarzbubenland
Route
Aesch (BL) – Hochwald – Seewen (SO)
Dauer: 2 Std. 45 Min.
Auszug aus dem Heft „Wandern – Das Gutscheinheft der Schweizer Wanderwege 2012“.